Die Herbst-Buchtipps aus meinem Lektorat

Ruth Kamm: Leben im Grenzgebiet – Meine Jugend in Oberschlesien

Paperback, 108 Seiten, Books on Demand, September 2016, ISBN: 978-3-7412-8425-0, Preis: 7,99 €

Das Buch: Das Buch gibt Einblicke in den Alltag auf der deutschen wie polnischen Seite Oberschlesiens in den 1920er Jahren bis 1945. Die Autorin dokumentiert als Zeitzeugin mit Szenen aus ihrer Lebensgeschichte die Auswirkungen des Nationalsozialismus und des Krieges in diesem Grenzgebiet. Mehrmals wechselte die Familie dabei den Wohnort. Nach dem Krieg verhängte die amerikanische Kulturbehörde in Stuttgart gegen Ruth Kamm, die in Oberschlesien zum Eintritt in den BDM gezwungen worden war, aus politischen Gründen erst einmal Berufsverbot als Sängerin.
In dem Buch geht es auch um die Frage nach Heimat. Die Autorin bezieht klare Positionen gegen Krieg, gegen die Vergeudung von Umweltressourcen und formuliert politische und ethische Botschaften.

Die Autorin: Ruth Kamm wurde 1924 in Niedobczyce in polnisch Oberschlesien geboren. Sie verbrachte ihre Jugend zeitweise rechts, zeitweise links der Oder. Ihr Leben war stets der Musik gewidmet. 1945 flüchtete sie vor dem Kriegsgeschehen nach Schorndorf. 1951 heiratete sie den SPD-Politiker Bertold Kamm, der von 1978 bis 1986 als Vizepräsident des Bayerischen Landtags und 20 Jahre lang von Nürnberg aus als Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt Bayern wirkte.

Rodolfo Baldassarri: Unendlich

Paperback, 432 Seiten, Books on Demand, August 2016, ISBN: 978-3-7412-8577-6, Preis: € 13,99 (D) / € 14,99 (A)

Das Buch: Valerio ist auf der Suche nach einem tieferen Sinn des Lebens. Immer wieder geht es ums Abschiednehmen, um Neubeginn, um Hoffnung. In Viola glaubt er die Erfüllung gefunden zu haben – aber weshalb funktioniert diese Beziehung nicht? Sein Familiengeheimnis führt ihn zurück ins 13. Jahrhundert, als Roberto, ein persönlicher Freund des Stauferkönigs Friedrich II., mitten in den Wirren der Kreuzzüge ebenfalls nach der wahren Liebe sucht. Nach unendlichem Auf und Ab seiner Gefühle kommt Valerio zu dem Schluss, dass der Weg an sich das Ziel ist, der keinen Anfang und kein Ende hat.
Tiefsinnig und wortmalerisch erzählt Rodolfo Baldassarri von der Schönheit der Landschaften: die sanften Hügel der Toskana oder die malerische Küste von Amalfi. Dabei purzeln auf überraschende Weise die Jahre und Jahrhunderte durcheinander. Das Buch ist eine Hommage an die Liebe und an das Leben selbst. „Unendlich“ ist nach „Am Ufer des Meeres“ der zweite Roman der Trilogie „Das rote Band des Schicksals“.

Der Autor: Rodolfo Baldassarri wurde am 16. April 1966 in Nettuno (Rom) geboren und ist am Meer von Tor San Lorenzo aufgewachsen. Nach seinem Diplom in Politikwissenschaften der Universität in Rom begann er als Pressesprecher im politischen Bereich seine Karriere als Journalist und Publizist. Seine Deutschkenntnisse führten ihn immer wieder beruflich nach Deutschland und schon damals faszinierte ihn Kufstein, wo er immer einen Halt einlegte. Nachdem er mehrere Aufsätze, Sammlungen und Gedichte veröffentlicht hatte, gewann er im Jahr 1990 den Indro Montanelli gewidmeten Lyrikwettbewerb. Im Jahr 2000 endlich zog er nach Kufstein in Tirol, Österreich. Hier, zwischen Wäldern, Flüssen, Bergseen und Schnee, fand er den perfekten Ort zum Schreiben.

Wolfgang Mayer: Gehetzte Journalisten – Begegnungen im Dauerlauf

Paperback / Hardcover, 168 Seiten, Tredition, Mai 2016, ISBN: 978-3-7345-2901-6 (Paperback, 12,99 €) / ISBN: 978-3-7345-2902-3 (Hardcover, 19,99 €)

Das Buch: Ständige Zeitnot, beschränkte Möglichkeiten der Recherche, eine Entscheidung nach der anderen und jede Menge Zwänge – so beschreibt Wolf-gang Mayer den journalistischen Berufsalltag. Dieses autobiografische Sachbuch liefert Einblicke in die sich verändernden Arbeitsbedingungen von Journalisten und räumt mit falschen Vorstellungen von Journalismus auf. Damit ist es hochaktuell.
Das Buch gibt auf unterhaltsame Weise Erlebnisse aus 30 Jahren Berufserfahrung wieder. Der Autor erlebte, wie in Prag Tausende DDR-Bürger auf die Ausreise in den Westen warteten. Er wurde in Palästina von einem Panzer gejagt, war Morddrohungen ausgesetzt und musste nach Indien reisen, um von einem Personalabbau in Erlangen zu erfahren. Er traf den Bruder des letzten Kaisers von China, EU-Kommissare, Wolfgang Schäuble und Zimbabwes Staatschef Mugabe.

Der Autor: Wolfgang Mayer, Jahrgang 1950, studierte Geschichte und Soziologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Von 1977 bis 2011 war der Autor als Redakteur bei den „Nürnberger Nachrichten“ beschäftigt und dort seit 1987 stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft. Über seinen „Brötchenjob“ hinaus ergaben sich für ihn als Gewerkschaftsvertreter der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union im Vorstand der Europäischen Journalisten-Föderation und der Internationalen Journalisten-Föderation immer wieder exklusive Kontakte und Erlebnisse. Zehn Jahre lang gehörte Wolfgang Mayer dem Deutschen Presserat an. Hinzu kommt eine umfangreiche publizistische Tätigkeit.

– anm –